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Gerhard Schaller

» Inflation – was sonst. «


Ein Statement von Gerhard Schaller

Anmerkungen zur Anlagestrategie der kommenden Jahre.

Deflation. Stagflation. Inflation. Hyperinflation. Diese vier Szenarien sind derzeit unter Makroökonomen in der Diskussion und werden immer wieder durchgespielt, um Kapitalanleger auf die richtige Strategie für die kommenden Jahre einzustimmen. Welches dieser Szenarien wird wohl eintreffen?

In vieler Hinsicht spiegelt diese Debatte die Hilflosigkeit einer akademischen Disziplin wider, die in Folge der Finanzkrise erheblich an Ansehen verloren hat. Denn die von den Koryphäen der Zunft getroffen Voraussagen könnten unterschiedlicher kaum sein. Nach unserer Auffassung werden Kapitalanleger dadurch nur unnötig verunsichert. Wir bleiben bei unserer klaren Einschätzung: Die Zeichen stehen langfristig auf Inflation – was sonst.

Ungeachtet der aktuellen Deflationstendenz sprechen für diese Sicht der Dinge gute Argumente. Eine Neuauflage der großen Depression wie in den 30er Jahren wird definitiv nicht stattfinden. Ein solches Szenario ist der Albtraum der Notenbanken und Politiker weltweit. Entsprechend fielen ihre Reaktionen in den vergangenen Monaten aus: Die Notenpressen wurden angeworfen, immer mehr Geld gedruckt, und die Weichen damit längerfristig in die andere Richtung gestellt – sprich Inflation. Das Schreckgespenst einer Währungsreform bzw. eines Währungsschnitts, der in diesem Zusammenhang in Deutschland immer wieder beschworen wird, halten wir allerdings für äußerst unwahrscheinlich. Voraussetzung hierfür wäre eine Hyperinflation, also eine Inflationsrate von 1.000 % und mehr pro Jahr. Die institutionellen Bedingungen wie auch die heutige Kenntnis der wirtschaftlichen Zusammenhänge bei früheren Währungsreformen sprechen gegen ein solches Szenario.

Kapitalanleger sind demnach gut beraten, langfristig den Megatrend einer ständig steigenden, zunächst durchaus moderaten Inflation in Betracht zu ziehen. Um sein Geld zu erhalten, gilt es demnach, mit entsprechenden Anlagen Erträge zu erzielen, die oberhalb der Inflationsrate liegen.

Dies bedeutet im Einzelnen:

Anleihen, insbesondere auch inflationsgeschützte Anleihen, bei denen die laufenden Zinszahlungen analog zur Inflation steigen, werden häufig als Inflationsschutz gepriesen. Wer aus Sicherheitsgründen glaubt, auf derartige Anleihen setzen zu müssen, sollte allerdings auch immer an die damit verbundenen Emittentenrisiken (Lehman Brothers!) denken. Auch werden Zahlungen zum Inflationsausgleich sofort vom Deutschen Fiskus via Abgeltungssteuer mit 25 % abgeschöpft. Echtes Geld lässt sich damit also nicht verdienen.

Langfristige Anleihen sind bei steigenden Zinsen erheblichen Kursrisiken ausgesetzt. Ein langfristiger Werterhalt ist durch sie nicht gesichert.

Gold bietet nach unserer Auffassung, allen anders lautenden Parolen zum Trotz, keinen wirksamen Schutz gegen Inflationsrisiken. Gold ist vielmehr eine Art Versicherung gegen extreme Krisenszenarien (Währungsschnitt / Hyperinflation). Von daher gehört Gold mit einem Anteil von 5% – 10% – aber keinesfalls mehr – in ein klassisch strukturiertes Anlageportfolio. Wobei es sich hierbei ausschließlich um physisches Gold und nicht um Goldzertifikate handeln sollte.

Bankeinlagen und Spareinlagen sind bei den aktuellen Minizinsen zumindest mittelfristig erheblichen Inflationsgefahren ausgesetzt und damit auf längere Sicht kein geeignetes Investment.

Immobilien sind Sachwerte und bieten nach unserer Auffassung einen guten Inflationsschutz für die nächsten Jahre, sofern man nicht völlig überteuert einsteigt. Aber auch hier gibt es ein Standortrisiko, ein Versicherungsrisiko sowie nicht zuletzt das Risiko weiterer und höherer Besteuerung.

Aktien, die als klassische Sachwerte schon immer einen guten Inflationsschutz geboten haben, sind in jedem Fall eine gute Alternative. Wenn alles teuerer wird, werden insbesondere auch Aktien teuerer. Man sollte vor diesem Hintergrund allerdings eher auf den breiten Markt als auf einzelne Aktien setzen, da in allen Krisenszenarien für einzelne Unternehmen (wer hätte zum Beispiel gedacht, dass ein so renommiertes Unternehmen wie Porsche eigentlich pleite ist) immer die Gefahr besteht, in Konkurs zu gehen.

Gewinner von Inflationen bis hin zu Währungsreformen waren schon immer diejenigen, die zum richtigen Zeitpunkt Schulden gemacht haben. Man zahlt diese Schulden zwar irgendwann zurück, aber das mit Geld, das erheblich weniger Wert ist als zum Zeitpunkt der Schuldenaufnahme. Von daher empfiehlt sich momentan beispielsweise als ein durchaus interessanter Mix, Immobilien bei aktuell niedrigen Zinsen teilweise über Fremdfinanzierung zu erwerben.

Fazit: Im Szenario einer längerfristig ansteigenden Inflation empfehlen sich prinzipiell zwei Formen von Kapitalanlagen: Zum einen solche, die aufgrund der Inflation teurer werden und damit an Wert gewinnen. Und zum anderen solche, die aufgrund ihrer besonderen Strukturen und Eigenschaften einen Überertrag zur Inflationsrate bieten. Eben das ist bei unseren Produkten wie dem Sensus Strategy Fund der Fall: Sie verbinden den Einsatz technischer Handelssysteme mit situationsbezogenen, diskretionären Handelsansätzen und können dadurch minimale Preisveränderungen und kurze Trendbewegungen meist innerhalb eines Tages (Intraday-Handel) optimal nutzen. Das macht unsere Produkte von mittel- und langfristigen Trendschwankungen unabhängig.

Wie gut dieser Handelsansatz funktioniert, hat sich in den zurückliegenden Monaten der Finanzkrise gezeigt. Wir sind davon überzeugt, dass wir mit unseren Produkten auch in einer von der Inflation überschatteten Zukunft für unsere Kunden überdurchschnittliche Renditen erzielen können, die deutlich oberhalb der jeweiligen Inflationsrate liegen.

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